Nicht nur eine Frage des Geschmacks

Text: Masuch, Thomas

Im Prinzip haben schon während der gesamten Menschheitsgeschichte technologische Revolutionen dazu beigetragen die Qualität menschlichen Lebens zu verbessern: angefangen von der Steinaxt über das Rad bis zur Dampfmaschine und dem Internet.

Vor Kurzem erreichte uns nun die Meldung eines US-Unternehmens, in der es um nicht weniger ging als »zu revolutionieren, wie Essen gemacht wird«. Das US-amerikanische Unternehmen Beehex verkündete eine Partnerschaft mit Cali’Flour, die den Druck eines veganen Pizzabelags beinhaltet.

Olivenöl, Meersalz, süditalienische Tomaten

Nun muss man erwähnen, dass die Pizza ursprünglich aus Neapel stammt, und auch heute noch dort die wohl besten Pizzen zu haben sind. Allerdings nicht vegan und aus dem 3D-Drucker, sondern ganz klassisch als Marinara oder Margherita aus dem Steinofen. Selbst Einheimische nehmen vor den besten Restaurants mittags Wartezeiten von einer halben Stunde in Kauf, um zum Beispiel den Klassiker aus Mehl, kaltgepresstem Olivenöl, Meersalz, süditalienischen Tomaten, Knoblauch und Oregano zu genießen.

Das Revolutionäre der amerikanischen Pizza-Drucker ist dagegen wohl weniger der Geschmack als der mögliche Einsatz in Großküchen oder Autobahnraststätten. Revolution bedeutet ja eine grundlegende und nachhaltige Veränderung. Sie bedeutet nicht zwangsläufig, dass die späteren Zustände besser werden.

Insgesamt wird nicht alles, was unter Marketingaspekten als revolutionär angepriesen wird, tatsächlich eine Revolution sein. Im Falle der Pizza haben wir immer noch die Wahl, ob das nach guter alter Tradition bei unserem Lieblingsitaliener hergestellte Backwerk nicht doch die bessere Alternative darstellt.