»The sound of business«

Text: Thomas Masuch

»Money makes the world go round«, und das gilt natürlich auch für die additive Welt. Um welchen Kern diese zirkuliert, zeigt sich bei einem Blick auf einige Businessmeldungen aus dem Februar 2017*:

 

»Divergent (USA, 3D-Druck von Fahrzeugchassis) sammelt mehr als 20 Millionen Euro Venture Capital ein«

»Oerlikon, Schweiz, plant in North Carolina, für rund 60 Millionen Euro ein Zentrum für die Additive Fertigung«

»Das Zentrum für Additive Fertigung Dresden wird eingeweiht. Investitionssumme ca. 75 Millionen Euro.«

»Desktop Metal erhält eine 42 Millionen Euro-Finanzspritze von Google Ventures, BMW i Ventures und Lowe’s Ventures. Ziel: Weiterentwicklung der Metall-3D-Drucktechnologie.«

»FIT (Deutschland) investiert 1 Million Euro in das polnische Startup Sinterit.«»Wiivv Wearables (Kanada, 3D-gedruckte Schuheinlagen) erhält knapp 4 Millionen Euro Venture Capital«

Metall gibt den Ton an

Bei dieser Stichprobe stehen 197 Millionen Euro Metall-Investments 5 Millionen Euro für Kunststoff (Sinterit und Wiivv) gegenüber. Metall gibt also den Ton an.

Die jüngste Übernahme von Realizer durch DMG Mori bestätigt diesen Trend. Bei Investitionen in Metalldruck sitzen die Euro und Dollar derzeit offenbar so locker wie vor rund 20 Jahren in der Internetbranche.

Einige der damals gehypten Start-ups gibt es heute nicht mehr. Andere wie Google, Amazon oder Facebook sind heute an den Börsen die wertvollsten Unternehmen der Welt. Es wird spannend zu sehen, an welcher Stelle des Börsenrankings sich in 20 Jahren einige 3D-Start-ups von heute befinden werden.

In der additiven Welt dreht sich aber längst nicht alles ums Kaufen oder Gekauftwerden. Deshalb noch eine ganz erfrischend andere Meldung: Asier Marzor von der Universität Bristol hat einen Traktorstrahler entwickelt, mit dem man ganz im Star-Trek-Stil Dinge schweben lassen und berührungslos zu sich ziehen kann.

Der junge Tüftler stellte dazu eine Anleitung ins Netz, mit der man den Traktorstrahler samt elektronischer Komponenten und 3D-gedruckter Kunststoffteile selbst fertigen kann. Das ist also auch unsere (gute alte) additive Welt: SciFi für jedermann, Community-Feeling und ganz ohne Venture Capital.

 

*zufällig ausgewählt ohne Anspruch auf Vollständigkeit