LEBENDIGES VIRTUELLES VERMÄCHTNIS

Text: Thomas Masuch Fotos: #Newpalmyra

Zweimal wurde die syrische Weltkulturerbe-Stätte Palmyra in den vergangenen Jahren von der Terrormiliz IS erobert, zahlreiche Kulturschätze wurden von den Terroristen zerstört. Das Projekt #Newpalmyra will mithilfe von offenen Daten und 3D-Druck das kulturelle Erbe der mehr als 2.000 Jahre alten Stadt bewahren.

 

So wurde jüngst auf dem Creative Commons Summit in Toronto der Tetrapylon vorgestellt, eines der berühmtesten Denkmäler Palmyras und inzwischen leider zerstört. Der zwei Meter hohe, 3D-gedruckte Nachbau wurde auf Grundlage von Daten des Projekts #Newpalmyra realisiert. Das texanische Unternehmen re:3D konnte damit den rund 2 Meter hohen und 91 kg schweren Nachbau in 800 Stunden »drucken«.

Das #Newpalmyra-Projekt wurde bereits 2005 vom damals 24-jährigen Bassel Khartabil, einem palästinensisch-syrischen Software-Entwickler, ins Leben gerufen. Bis 2012 konnte er mit seinem Team zahlreiche Kulturdenkmäler Palmyras virtuell nachbauen. Dann wurde Khartabil vom Assad-Regime verhaftet, und später offenbar verschleppt und ermordet. Als Non-Profit-Organisation wird #Newpalmyra von Khartabis Familie, Freunden und einer Community fortgeführt, die die virtuellen Modelle von Khartabi weiter verwendet.

 

 

»Indem wir Daten verfügbar machen und deren Nutzung fördern, wollen wir das kulturelle Verständnis weiter fördern.«

 

»Indem wir Daten verfügbar machen und deren Nutzung fördern, wollen wir das kulturelle Verständnis weiter fördern«, so Barry Threw, Geschäftsführer von #Newpalmyra. So ist das 3D-Modell des Tetrapylon mittels einer CC0-Lizenz zur Ansicht und Weiterbearbeitung verfügbar.

Dass die Restauration von Kulturdenkmälern durch 3D-Druck eine große Unterstützung hat, haben jüngst italienische Experten bewiesen, die teilweise zerstörte, fast 2.000 Jahre alte Grabbüsten aus Kalkstein restauriert haben.

 

 

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