LEUCHTENDE »HANNI« ENTSTEHT ÜBER NACHT

Text: Thomas Masuch, Fotos: Urbanmaker

In metallisch-geschmeidigem Orange leuchtete ein wabenförmiges Objekt auf der Titelseite der März-Ausgabe des »fon«-magazins.  Hinter den eleganten Strukturen verbirgt sich »Hanni«, ein 3D-gedrucktes Lampen-Modell von Urbanmaker. Dieses schmückte auch auf der formnext 2016 den Messestand des westfälischen Start-ups und ist seitdem auch im Schaufenster des Unternehmens in Münster zu finden.

Mit »Hanni« nutzt Urbanmaker die Vorteile der Additiven Fertigung: Kunden können die Lampen individualisieren. Farbe und Größe lassen sich frei wählen, zudem hat der Kunde die Wahl zwischen Hängelampe und Stehleuchte. 49 Euro kostet »Hanni« in der Standardausführung (ca. 25 x 20 cm).

Die Idee zur eigenen Lampenkreation hatte ein Mitarbeiter von Urbanmaker, der nach dem Wohnungsumzug keine passende Leuchte fand und einfach selbst eine entwarf und druckte. »In Zukunft wollen wir die Lampe auch über einen Onlineshop verkaufen«, erklärt Mitbegründer und Mitgeschäftsführer Juri Boos, der auch darauf stolz ist, dass »Hanni« aus einem recycelbaren PLA (Biokunststoff aus Maisstärke) gefertigt wird.

»Mehr Potenzial für eigene Druckvariationen«

Gedruckt wird nach Bedarf und über Nacht. Acht Stunden laufen die Lampenschirme. Die grobe Oberfläche ist bewusst gewählt und entsteht durch die optimierte Fertigung in nur einer PLA-Schicht. Von den Standarddruckern der großen Hersteller haben sich die umtriebigen Jungunternehmer von Urbanmaker bei der Produktion von »Hanni« inzwischen verabschiedet: Die Leuchten entstehen auf dem »beri-boy« – einem 3D-Drucker, der in Zusammenarbeit mit der Firma Feintechnik Rittmeyer aus Münster entwickelt wurde.

»Mit dieser Maschine haben wir uns mehr Potenzial für eigene Druckvariationen und für unsere eigenen Filamente ermöglicht«, erklärt Boos. Das Hauptgeschäft von Urbanmaker sind allerdings keine Designleuchten, sondern Lösungen für gewerbliche Kunden. Hier entwickeln die Münsteraner Jungunternehmer Prototypen, produzieren Kleinserien, optimieren bestehende Prozessketten und implementieren additive Lösungen in der Industrie.

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