START-UP-DRUCKER GEHT IN SERIE

Text: Thomas Masuch; Fotos: Thomas Klerx, Xioneer

Gewinn der formnext Start-up Challenge war für Xioneer Systems wertvoller Meilenstein

Nach drei Jahren Entwicklung und Vorbereitung wird es für das junge österreichische Unternehmen Xioneer Systems in diesem Jahr ernst: Für den eigens entwickelten 3D-Drucker Xioneer X1 startet die Serienproduktion am Standort in Wien, im Herbst 2017 beginnt auch der Verkauf in der DACH-Region.

Ein Meilenstein auf dem Weg zur Serienproduktion war für Xioneer Systems der Gewinn der formnext Start-up Challenge im vergangenen Jahr. „Das hat uns viel Aufmerksamkeit bei Investoren und bei Resellern gebracht“, erinnert sich Geschäftsführer Dr. Andrei Neboian. Direkt auf der formnext seien zahlreiche Reseller auf Xioneer zugekommen und hätten eine Zusammenarbeit angesprochen. Zudem war der Award auch als eine Art Bestätigung für die Arbeit des Teams, denn schließlich erfordert die langjährige Entwicklungs- und Vorbereitungszeit ein großes Maß an Durchhaltevermögen bei Gründern, Mitarbeitern und Investoren.

Sechs patentierte Technologien

Für Start-ups wie Xioneer Systems ist eine solide Kapitalausstattung essentiell. „Wir haben als Gründer selbst investiert, hatten zwei Business Angels und eine gute Förderung in Österreich“, berichtet Neboian. Damit konnten die jungen Unternehmer sechs patentierte Technologien entwickeln und in ihr Produkt integrieren. Schließlich sei es bei der Vielzahl von 3D-Druckern auf dem Markt enorm wichtig, sich von der Masse abzuheben. Inzwischen steht Xioneer Systems kurz davor eine weitere Finanzierungsrunde abzuschließen und kann die weiteren Entwicklungsschritte somit auf einer soliden finanziellen Basis angehen.

Mit ihrem Xioneer X1 bieten die Österreicher für ca. 15.000 Euro einen 3D-Drucker für professionelle Anwender aus der Produktentwicklung oder anderen Bereichen der Kreativwirtschaft. Als technisches Highlight hebt Geschäftsführer Neboian unter anderem das patentierte System für den parallelen Druck von zwei Materialien hervor. „Damit können wir auch Stützstrukturen bauen und erreichen beliebige Formfreiheit.“ Darüber hinaus sind beim Xioneer X1 die Materialkartuschen mit Elektronik, so dass das System selbst registriert, welches Material verwendet wird und wieviel davon noch vorhanden ist. „Die Funktionalität ist bei den meisten 3D-Druckern auf dem Markt so nicht selbstverständlich“, so Neboian.

Dass der Xioneer X1 bei den Kunden gut ankommt, zeige sich für Neboian auch daran, dass die ersten 3D-Drucker bereits vorbestellt und bezahlt sind. Im kommenden Jahr plant Xioneer Systems die Produktion von 250 Geräten, entsprechend soll auch die Mitarbeiterzahl von derzeit zehn auf über 25 steigen. Zur formnext 2017 präsentiert sich Xioneer mit seiner Erfolgsstory auch schon selbstbewusst außerhalb der Start-Up-Area – kurzum ein gelungener Start in den Markt.