Bioplastik aus Algen für den 3D-Druck

von Thomas Masuch

Eric Klarenbeek und Maartje Dros haben einen Biokunststoff entwickelt, mit dem die beiden niederländischen Designer herkömmliche Kunststoffe im Laufe der Zeit ersetzen wollen.

Dieser Biokunststoff der beiden Niederländer basiert auf Algen, die getrocknet und in ein druckbares Material umgewandelt werden. Als Produkt ist von der Shampoo-Flasche über Geschirr bis zum Mülleimer alles denkbar, was heute aus erdölbasiertem Kunststoff hergestellt wird.

Die Entwicklung des 3D-druckbaren Algenmaterials basiert auf einer dreijährigen Forschung mit verschiedenen Universitäten und Laboratorien. An der Luma Foundation in Arles wurde zudem eine Algenproduktion aufgebaut.

Die Designer verbinden mit der Herstellung von Biokunststoffen auch die Idee einer dezentralen Produktion: »Wir wollen das System ändern, so dass Menschen vor Ort selbst ihr Material anbauen und daraus die Dinge drucken, die sie brauchen«, so Klarenbeek. In rund zehn Jahren soll dafür ein lokales Netzwerk entstehen mit 3D-Druckern für Biokunststoffe sogenannte 3D-Bäckereien. »3D-Druck wird die neue Kraft einer dezentralisierten Wirtschaft.«

Klarenbeek und Dros haben bereits mehrere Biomaterialien für den 3D-Druck erforscht, wie zum Beispiel Pilze, Kartoffelstärke oder Bohnenhülsen. Aus einem Pilz wurde so zum Beispiel bereits vor sechs Jahren ein Stuhl gedruckt. Produkte aus dem neuen Algenmaterial wurden jüngst bei der Ausstellung »Change the System« im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam gezeigt.

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