»Wir sprechen über Nano«

von Thomas Masuch

Wenn es auf der formnext 2017 einen Preis gegeben hätte für den Aussteller, der am leidenschaftlichsten sein Produkt vermarktet, dann wäre Dror Danai sicherlich einer der Favoriten gewesen.

Der Chief Business Officer XJet agierte auf dem Stand wie ein sehr professioneller Hans-Dampf, und konnte dabei mit der »Carmel 1400« eine der bedeutenden Messeneuheiten vorstellen. Bereits Jahr zuvor hatte das israelische Unternehmen XJet eine Vorgänger-Version gezeigt. Die erste ausgelieferte Maschine ist bei Oerlikon AM in Magdeburg im Einsatz. Und Dror verwies stolz darauf, dass sämtliche Keramik-Musterteile auf dem Stand, in Magdeburg gefertigt wurden. Sozusagen als Israelisch-deutsche Co-Produktion.

Deutschland als Standort für die erste Maschine war dabei eine bewusste Wahl von XJet, schließlich sei der Markt im Zentrum Europas besonders wichtig.

Mit besonderer Freude berichtete Dror über die genaue Auflösung der Carmel 1400. »Wir sprechen hier nicht mehr über Mikron, sondern über Nano.« Um das zu verdeutlichen, hat XJet die Produktions-Technologie der Carmel 1400 »Nano Jetting« getauft. Zahlen hatte Dror am Stand auch jede Menge parat: Die Genauigkeit der XJet-Entwicklung erreiche 10 Nano bei Silber und weniger als 100 Nano bei Keramik. Branchenüblich seien bisher laut Dror rund 50 Mikron, also im Schnitt das 100-fache.

Um diese Genauigkeiten zu erreichen, hat XJet ein sehr ausgeklügeltes Verfahren entwickelt, bei dem mit feinsten Tropfen einer Dispersion »gedruckt wird«. Dabei trägt die Carmel 220 Millionen Tropfen pro Sekunde auf. Auf der 200 bis 300 Grad heißen Bauplatte verdunstet das Wasser der Dispersion in einem Sekundenbruchteil. Die gelösten Nanopartikel bleiben haften und bilden Schicht für Schicht einen Grünling, der anschließend noch gesintert werden muss. Neben der hohen Präzision verspricht XJet auch eine außergewöhnliche Bauteildichte von 99,91 Prozent. Gleichzeitig sinken laut Dror die Bauteilkosten. »Keramikbauteile werden damit so günstig, dass wir damit ganz neue Anwendungen erschließen können.«

Zu neuer Größe wächst derzeit auch das 2006 gegründete Unternehmen in Israel. 85 Mitarbeiter sind dort aktuell beschäftigt, wobei die Mitarbeiterzahl zuletzt im Wochentakt anstieg.

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