Nicht mehr der klassische Job-Shop

Die Industrialisierung der Additiven Fertigung hat sich auch Trumpf auf die Fahnen geschrieben. Auf der Formnext widmete das Unternehmen aus dem süddeutschen Ditzingen 30 bis 40 Prozent des Messeauftritts dem Thema Industrie 4.0, wie Thomas Fehn, Hauptabteilungsleiter Vertrieb bei Trumpf Additive Manufacturing, erklärte.  

17.01.2019 — So waren alle TruPrint-3D-Drucker auf der Formnext an ein Fertigungsmanagementsystem (MES) und eine Bestellplattform angebunden. »Additive Fertigung ist nicht mehr der klassische Job-Shop«, so Fehn. Um den nächsten Schritt zu gehen, seien der Aufbau einer digitalen Wertschöpfungskette und das Thema Automatisierung wichtig. »Beides muss Hand in Hand gehen«.

Voraussetzung dafür seien robuste Prozesse, ergänzte Tobias Baur, Hauptabteilungsleiter Technologie bei Trumpf Additive Manufacturing, und hier könne Trumpf seine Erfahrung aus dem Werkzeugmaschinenbereich einbringen.

Grüner Laser

Bei den AM-Anlagen konnte Trumpf auch mit zwei wichtigen Neuheiten glänzen: Mit der TruPrint 5000 stellt das Unternehmen dank der 500-Grad-Vorheizung den »Druck« von Bauteilen aus hochfestem Werkzeugstahl ohne Risse in Aussicht. »Damit versprechen wir uns auch in anderen Bereichen wie dem Werkzeug- und Formenbau noch großes Wachstum«, so Tobias Baur. Neue Anwendungen zum Beispiel in der Schmuckindustrie und im Anlagenbau soll der neue grüne Laser bringen, den Trumpf erstmals auf der Formnext der Öffentlichkeit vorstellte. Um zum Beispiel Edelmetalle oder reines Kupfer (siehe Foto) zu verarbeiten, haben die Entwickler den neuen Scheibenlaser TruDisk 1020 an den 3D-Drucker TruPrint 1000 angebunden.

Mit der Entwicklung des Bereichs Additive Manufacturing zeigte sich Trumpf insgesamt zufrieden. Mehr als 100 Maschinen der TruPrint 1000 seien inzwischen am Markt, auch das Geschäft mit der TruPrint 3000 sei zufriedenstellend, erklärte Fehn. Für die Zukunft sieht Tobias Baur noch deutlichen Spielraum. »AM ist jetzt ein jahrelanger Hype, aber wir sehen das Thema noch nicht in der Breite in der Produktion angekommen.« Gleichzeitig brauche man einen langen Atem, um die Prozesskette fertig zu entwickeln.