»Wir lösen ein Versprechen ein«

von Frank Rößler / 15.11.2018

Die Industrialisierung der Additiven Fertigung schreitet voran. Die Aussteller der Formnext zeigen höhere Geschwindigkeiten und massiv reduzierte Produktionskosten.

Stephan Beyer, CEO von BigRep, brachte es bei der Vorstellung der beiden neuen AM-Anlagen BigRep EDGE und BigRep Pro auf den Punkt: „Wir lösen ein Versprechen ein, das diese Branche schon seit 30 Jahren begleitet.“ Geschwindigkeit, Qualität, Integration in die Produktionsabläufe, gleich bleibende Qualität unabhängig vom Produktionsort, Präzision und das Handling der Datenmengen kommen in Bereiche, in denen auch die Massenproduktion von 3D-gedruckten Bauteilen und Bauteilgruppen wirtschaftlich interessant wird.

Andy Middleton, Executive Vice President bei Stratasys, vertrat auf der Pressekonferenz im Rahmen der Formnext 2018 denselben Standpunkt: »In den nächsten Jahren wird die Additive Fertigung für die Massen-produktion die gleiche Bedeutung bekommen, die sie in der Welt des Prototypenbaus heute schon hat.«

bis zu 2.100 Teile pro Monat

Dieses Credo zieht sich wie ein roter Faden durch die Präsentationen auf der Messe. Die voxeljet AG will mit der neuen VX1000 und dem High Speed Sintering Verfahren bis zu 2.100 Teile pro Monat erstellen können - das sind mehr als 25.200 Teile pro Jahr. Diese Technologie soll ab 2019 bei einem Zulieferer für die Auto-motive-Industrie zum Einsatz kommen.

Stratasys geht mit der LPM-Technologie (Layered Powder Metallurgy) neue Wege: Das neue Produktionsverfahren soll Herstellungskosten um 80 Prozent senken und Produktionszeiten von Stunden auf Minuten reduzieren - pro Stück. Außerdem soll die Geschwindigkeit, mit der Produkte auf den Markt kommen, um 90 Prozent gesteigert werden. Das soll Additive Fertigung noch mehr Unternehmen zum Umstieg bewegen.

Auch Siemens hat sich vorgenommen »die Additive Fertigung zu industrialisieren,« sagte Karsten Heuser, Vice President of Additive Manufacturing, Competence Center Digital Factory. Additive Produktion und CNC-gesteuerte Fertigung gehen Hand in Hand. Das Prinzip der »Digital Twins«, der Simulation von Teilen und Arbeitsschritten, sollen das Prinzip From try and see to first time right« erlebbar machen. Dabei geht Siemens mit gutem Beispiel voran und baut eine Fabrik mit 50 Druckern auf, die nicht nur für Siemens-Sparten, sondern auch für externe Kunden als Dienstleister bereit stehen soll.