In wenigen Tagen amortisiert

Der Präzisionsteile-Hersteller Burgmaier Technologies hat mit einer 3D-gedruckten Ausblasdüse den Nutzungsgrad seiner Mehrspindel-Drehmaschine um 7 Prozent erhöht.

28.03.2020 — Die Burgmaier Technologies GmbH & Co. KG aus Allmendingen bei Ulm stellt jährlich mehrere Millionen Ventilhülsen mittels Zerspanung her. In der Mehrspindel-Drehmaschine sorgten zwei klassische Luftauslässe dafür, dass Späne und Öl von den Bauteilen geblasen werden, bevor ein Roboter das Bauteil automatisiert in eine verkettete Prüfeinrichtung weitergibt. »Im Schnitt stand die Maschine jedoch fünf Mal pro Schicht still, weil nicht alle Späne entfernt werden konnten und dadurch die Prüfeinrichtung den Prozess stoppte«, sagt Ken Krauß, Leiter Additive Manufacturing bei Burgmaier.

Um den Ausschuss zu senken und die häufige manuelle Fehlerbehebung zu reduzieren, setzte sich das Team des Bereichs Additive Manufacturing an die Konstruktion eines Ausblaskanals. Durch diesen Tunnel muss das Bauteil nach dem Zerspanen wandern. Die Öffnungen im Kanal sollen dafür sorgen, dass die Druckluft die Ventilhülsen von allen Seiten erreicht und die Bauteile ohne Rückstände von Spänen befreit werden.

Stillstand auf Null

Insgesamt sechs Varianten dieser Ausblasdüse hat Burgmaier entworfen, mit der Legierung AlSi10Mg auf den eigenen 3D-Druckern hergestellt und anschließend getestet. Nach dem Einbau hat sich der Stillstand der Maschine auf Null reduziert. »Das hat den Nutzungsgrad der Maschine um sieben Prozent gesteigert«, sagt Krauß stolz. Er geht von einer hohen fünfstelligen Kosteneinsparung pro Jahr aus. »Ein echter Wettbewerbsvorteil und Best-Practice-Beispiel für die Anwendung von additiver Fertigung im Maschinenbau«, meint Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH.

»Wir haben nachgerechnet: Die Kosten für Entwicklung und Herstellung des Ausblastunnels haben sich innerhalb weniger Tage amortisiert«, freut sich Krauß. Außerdem sei die neue Ausblasvorrichtung deutlich leiser als die bisherige Lösung. „Auch das Reinigungsergebnis ist deutlich besser. »Nicht nur Späne, sondern auch Öl werden sehr gut entfernt und wir können uns so den nachgelagerten Waschgang einsparen«, so Krauß. »Das Beispiel von Burgmaier zeigt, warum Leichtbau eine Schlüsseltechnologie ist, an der auch Maschinen- und Anlagenbauer nicht mehr vorbeikommen«, sagt Seeliger.

Burgmaier Technologies GmbH + Co KG:

Das Unternehmen mit Sitz in Allmendingen bei Ulm ist einer der führenden Hersteller von Präzisionsteilen. Über 800 Mitarbeiter arbeiten in der Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Qualitätssicherung. Laut eigenen Angaben verlassen täglich etwa 350.000 Teile die Werke von Burgmaier.