Verbrauchsgüter und Elektronik immer wichtiger für AM-Markt

Wohlers Report 2020 zeigt aktuelle Trends der Branche und zahlreiche Anwendungen

von Thomas Masuch — 20.05.2020

Der Industriebereich Verbraucher & Elektronik bekommt für das Additive Manufacturing (AM) eine immer stärkere Bedeutung. Laut des aktuellen Wohlers Reports 2020 machten im vergangenen Jahr AM-Dienstleistungen und Verkäufe von Anlagen, Software und Materialien an diesen Industriesektor 15,4 Prozent der gesamten Umsätze der AM-Branche aus. Damit ist der Industriesektor Verbraucher & Elektronik die zweitwichtigste Anwenderbranche und hat die Luft- und Raumfahrt (14,7 Prozent) auf Platz drei verdrängt. An erster Stelle steht die Automobilindustrie mit einem Anteil von 16,4 Prozent.

Die steigende Bedeutung von Additiver Fertigung in der Consumer-Industrie ist auch deshalb interessant weil die Branche in der Regel hohe Stückzahlen produziert. »Additive Manufacturing kann hier mit einer schnellen Designentwicklung, einer größeren Produktvielfalt und individueller Fertigung punkten«, erklärt Terry Wohlers, Präsident Wohlers Associates im Gespräch mit dem Formnext Magazin. »Außerdem treibt AM die Entwicklung ganz neuer Produkte voran, die in hoher Komplexität und geringer Stückzahl gefertigt werden können.«

Anwender bestimmen Tempo

Der 380 Seiten starke Wohlers Report beleuchtet nicht nur die aktuellen Trends der AM-Industrie, sondern vermittelt auch eine Fülle von Informationen über das Wachstum der der Branche und illustriert mehr als 250 AM-Anwendungen aus der Produktion oder Produktentwicklung. Bei der Veröffentlichung des Reports Mitte Märze 2020 zeigte sich Wohlers für die Zukunft der Branche noch mehr als zuversichtlich: »Wir haben eine Ära erreicht, in der die Anwender von AM das Tempo bestimmen und neue Maßstäbe darin setzen, was konkreten Anwendungen in der Produktion möglich ist.«

Für die umfangreichen Analysen hat das Wohlers-Team von 129 Dienstleistern, 114 Herstellern von AM-Anlagen und 40 unabhängigen Anbietern von Material und Desktop-3D-Druckern erhalten.

Dabei zeigten sich laut Wohlers zum Beispiel neue, interessante Entwicklungen: »Im Metallbereich sehen wir die Entwicklungen weniger bei den Materialien, dafür mehr bei neue Fertigungsanlagen, die die Serienproduktion weiter voranbringen.«

Vielzahl von Kooperationen und Übernahmen

Außerdem wurde der AM Markt im Jahr 2019 und im ersten Quartal 2020 durch eine Vielzahl von Kooperationen und Übernahmen beeinflusst. Dies umfasst sowohl OEMs aus Anwenderindustrien, große Software- und Materialhersteller aber auch zahlreiche Startups. »Solche Partnerschaften, Kooperationen oder Übernahmen können Unternehmen helfen, die über ein interessantes geistiges Eigentum verfügen, aber aufgrund von beschränkten Ressourcen zu kämpfen haben«, so Wohlers.

Insgesamt wuchs der weltweite AM Markt 2019 (einschließlich Produkte und Dienstleistungen) um 21,2 Prozent auf 11,9 Milliarden US Dollar. Ein Blick in die Zukunft ist derzeit auch für einen erfahrenen Branchenexperten wie Terry Wohlers schwierig: »Aufgrund der aktuellen Situation, die durch die Corona-Pandemie hervorgerufen wurde, sind die Vorhersagen für 2020 bereits überholt. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir nach dieser schwierige Zeit zu dem starken, zweistelligen Wachstum zurückkehren, das die Branche in den vergangen 10 Jahren erlebt hat.«

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