»Glatte Oberflächen ohne Lösemittelmüll«

Dyemansion mit Powerfuse S für »Green Deal« der EU ausgewählt

Text: Thomas Masuch; Fotos: Dyemansion — 15.09.2020

»Wir sehen Nachhaltigkeit als eine zentrale Verpflichtung für alle unsere Aktivitäten«, verspricht Felix Ewald, CEO & Co-Founder von DyeMansion. In Zusammenhang mit der Vapor Polishing-Technologie (Vaporfuse Surfacing genannt) wurde das junge Unternehmen aus München nun für den »Green Deal« des Europäischen Innovationsrates (EIC) ausgewählt. Dies ist für Dyemansion planmäßig mit einer Fördersumme von 1,5 Mio. Euro verbunden.

Der Europäische Innovationsrat hat aus 2000 Bewerbungen 64 Start-ups und KMUs ausgewählt, die die Ziele der europäischen Green-Deal-Strategie und des europäischen Konjunkturprogramms unterstützen. mehr. An die ausgewählten Unternehmen aus 23 verschiedenen Ländern wir die Fördersumme von mehr als 307 Millionen Euro vergeben.

Das Vapor Polishing System Powerfuse S verwendet laut Dyemansion ein umweltfreundliches Lösemittel, das von der EU für Lebensmittelverpackungen zugelassen ist und in vielen kosmetischen Produkten zum Einsatz kommt. Es zirkuliert kontinuierlich in einem geschlossenen Kreislauf mit integriertem Recycling. Der Betrieb des Systems ist kontaktlos und erfüllt alle industriellen Gesundheits- und Sicherheitsstandards. »Wir sorgen damit für glatte und versiegelte Oberflächen ohne Lösemittelmüll«, so Philipp Kramer, CEO & Co-Founder im Gespräch mit dem Formnext Magazin. Und Gründungspartner Ewald ergänzt, dass das Unternehmen so dazu beitrage, ein langfristiges Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, ohne dass soziale, ökologische und kulturelle Aspekte beeinträchtigt werden. Schließlich sei Vaporfuse »eine Schlüsseltechnologie, um 3D-Druck aus dem Prototypenstadium herauszuholen«.

Markteinführung noch besser umsetzen

Sobald es einen rechtsgültigen Start mit dem EIC gibt, plant Dyemansion, die Green-Deal-Fördersumme in Höhe von 1,5 Mio. Euro zu nutzen, um die Anwendungsbereiche für Vaporfuse Surfacing zu erweitern. »Wir können mit der Förderung die Markteinführung noch besser umsetzen«, freut sich Ewald. Dazu zählen unter anderem die Punkte Materialkompatibilität, spezifische ISO-Zertifizierungen und die Einhaltung von Fertigungsstandards für Schlüsselbranchen wie Medizin oder Nahrungsmittelindustrie.

Die Vaporfuse-Technologie und die Powerfuse S wurden erstmals auf der Formnext 2019 vorgestellt. Laut Dyemansion wurde chemische Glättung bis dahin häufig mit aggressiven Chemikalien, giftigen Abfällen und Einweglösemitteln in Verbindung gebracht. Diese könnten nicht nur Anwendern ernsthafte Schäden zufügen, sondern auch die Umwelt belasten. CMR-Lösungsmittel können innerhalb der EU in Zukunft sogar als besonders besorgniserregende Stoffe mit strengeren Vorschriften für Chemikalien eingestuft werden, so das Unternehmen.

Mit Vaporfuse Surfacing kann eine reduzierte Oberflächenrauheit von Ra kleiner als 2 erreicht werden - selbst im Inneren von komplexen Rohren. Mit Vaporfuse behandelte Teile werden druckdicht und abweisend gegen Wasser, Öl oder andere Flüssigkeiten. Auch ein mögliches Bakterienwachstum auf der Oberfläche könne reduziert werden.


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