Fahrradhelm per App auf den 3D-Drucker schicken

06.09.2020 — Individualisierung ist eine der großen Stärken additiver Fertigung. Dies machen sich seit einigen Jahren auch Anbieter von Fahrradhelmen zunutze. Hier werden individuell an den Kopf des Bikers angepasste Helme 3D-gedruckt. Das Londoner Unternehmen Hexr stellt nun eine App vor, mittels der sich zu Hause der Kopf vermessen lässt und anschließend der passende Helm bestellt werden kann. Für einen nachhaltigen Bonus sorgt das Material (Polyamid 11), das ausschließlich aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen wird.

Zusammen mit EOS, Siemens und dem Materialhersteller Arkema hat Hexr einen Produktionsprozess aufgebaut, der von der Simulation über den 3D-Druck bis hin zur Endkontrolle reicht. Im abschließenden Schritt werden alle Teile des Helms – 3D-gedruckte Innenstruktur, Außenschale, Kinnriemen – zusammengebaut. »Hexr ist ein gutes Beispiel für eine aktive flexiblere Lieferkette und Produktionstechnologie. Wir sehen viele ähnliche Business Cases auch in anderen Branchen«, erklärt Markus Glasser, Senior Vice President EMEA bei EOS.

Und auch Jamie Cook, CEO bei Hexr, zeigt sich mit dem Stand der Entwicklung seiner Scan-to-Product-Lösung sehr zufrieden: »Mit der Passgenauigkeit, die diesem hochmodernen Herstellungsverfahren zu eigen ist, und den überlegenen Ergebnissen unabhängiger Sicherheitstests (im Vergleich zu herkömmlichen Schaumstoffhelmen) erreichen wir eine wesentliche Verbesserung der Helmtechnologie – ermöglicht durch den 3D-Druck.«

Wer auf seinen Radtouren von dieser individuellen Lösung profitieren möchte, muss allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen als bei herkömmlichen Fahrradhelmen: Im Online-Shop von Hexr kostet ein Helm 299 britische Pfund (rund 330 Euro, Stand August 2020).

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