Motorrade-Entwicklung mithilfe von AM

29.10.2020 ETHEC city ist ein Schweizer Studentenprojekt mit dem Ziel, die Mobilität von morgen mit den Technologien von heute grundlegend zu verändern. Um für die Herausforderungen des Klimawandels und der Nachhaltigkeit gerüstet zu sein, entwickelt das Team ein Elektromotorrad mit einem ausgeklügelten Zweiradantrieb, der Energie spart und die Reichweite verbessert.

»Motorräder sind effizienter als gewöhnliche Autos, aber wir sehen auf unseren Straßen kaum rein elektrische Motorräder – das muss sich ändern«, so Tobias Oesch, Maschinenbaustudent der ETH Zürich und technischer Leiter des Projekts ETHEC city. In einem Team mit neun weiteren ETH-Studierenden sollte in nur einem Jahr der Prototyp eines Elektromotorrads entwickelt werden – vom Konzept über die Konstruktion bis hin zur Montage und Testphase. Für eine bessere Reichweite hat das Entwickler-Team auch im Vorderrad einen Elektromotor integriert, der als Generator genutzt wird und die gesamte Bewegungsenergie wieder in das System zurückführt.

Mit einem kleinen Budget und einem engen Zeitplan erwiesen sich herkömmliche Fertigungsmethoden bald als ungeeignet. »Da es sich um einen Prototyp handelt, brauchten wir oft nur einzelne Werkstücke und nicht Tausende – für solche Fälle sind additive Technologien ideal«, betont Oesch. Zum Einsatz kamen Stereolithografie (SLA), selektives Lasersintern (SLS) und selektives Laserschmelzen (SLM), um mehrere Designteile des Gehäuses, aber auch strukturelle Komponenten wie die Halterung der Fußrasten in 3D zu drucken. Der in der Schweiz ansässige Hersteller von SLS-Druckern Sintratec sponserte mehrere Komponenten, sodass Teile wie das Gehäuse für das Display oder die Tankklappe auf dem Sintratec-S2-System mit Sintratec-PA12-Nylonpulver lasergesintert wurden.

Die Anforderungen an die 3D-gedruckten Objekte waren hoch, da sie für den Einsatz als funktionale Bauteile entwickelt wurden: Sie sollten nicht nur leicht, sondern auch langlebig und belastbar sein. »Besonders das Display-Gehäuse musste stabil genug sein, um Witterungseinflüssen und mechanischen Belastungen standzuhalten, und auch robust genug, um ohne Verformung eingesetzt werden zu können«, so Oesch.

Mehr Infos unter: