Die Bedeutung von nachhaltigem Design

von Sherry Handel* — 02.11.2020

In vielen Bereichen der additiven Fertigung erhält das Thema Nachhaltigkeit eine immer stärkere Aufmerksamkeit. Mit dem »Sustainable Design & Products Panel« wird sich die Formnext Connect noch intensiver diesem wichtigen Thema widmen.

Am 12. November um 9:30 Uhr MEZ wird Sherry Handel, Geschäftsführerin der »Additive Manufacturer Green Trade Association« (AMGTA), eine aufschlussreiche Talkrunde über die Rolle des nachhaltigen Designs in der additiven Fertigung moderieren. Hier kommen differenzierte und nachdenkliche Perspektiven zur Sprache – unter anderem von Unternehmer Romain Paul, dem Gründer von »Yuyo - den weltweit nachhaltigsten Surfbrettern aus Biokunststoffen und 3D-gedrucktem Kunststoffabfall«; der Forscherin Dr. Susan MacKay, Senior R&D Program Manager, Advanced Structures and Composites Center, University of Maine; und dem Experten für nachhaltiges Design Dr. Jeremy Faludi, Direktor von Faludi Design; Assistenzprofessor für Design Engineering an der Technischen Universität Delft und der angeschlossenen Fakultät für Ingenieurwesen am Dartmouth College.

Diese Session wird den Teilnehmern den weltweit größten Kunststoff-3D-Drucker sowie aktuelle Forschung im Bereich großformatigem 3D-Drucks mit Biomaterialien Welt näherbringen. Dabei geht es auch darum, was einen Unternehmer antreibt, mit Biomaterialien und Kunststoffabfällen Surfbretter 3D zu drucken. Außerdem wird diskutiert, auf welche Bereiche wir uns konzentrieren müssen, um die Nachhaltigkeit in AM zu verbessern.

Im Folgenden einige Statements der Diskussionsteilnehmer über nachhaltiges Design und nachhaltige Produkte im Zusammenhang mit additiver Fertigung:

»Mit Yuyo haben wir versucht, die Art und Weise, wie Surfbretter gebaut werden, völlig neu zu denken, und sie damit so nachhaltig wie möglich zu machen. Denn heutzutage besteht ein Widerspruch zwischen dem Umweltbewusstsein der meisten Surfer und der Schädlichkeit ihrer Ausrüstung sowie der der Art und Weise, wie diese hergestellt wird. Unser Rezept basiert auf großformatigem 3D-Druck und Biokomposit-Materialien. Wir wollen Produkte aus lokal gesammeltem Müll herstellen, genauer gesagt aus Kunststoffabfällen, die aus dem Meer kommen. Heute macht es keinen Sinn, über Design nachzudenken, ohne an Nachhaltigkeit zu denken. Ich verstehe nicht, wie man sich ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung vorstellen kann - oder irgendetwas anderes, ohne dabei an Nachhaltigkeit zu denken. Denn nur so kann es von Dauer sein.«

Romain Pau, Gründer Yuyo

»Wir versuchen, Materialien für sehr spezifische Anwendungen des 3D-Drucks zu entwickeln. Es geht nicht so sehr darum, dass wir neue Materialien haben und dafür eine Anwendung suchen, sondern mehr um den Bedarf. Additive Manufacturing hat das Potenzial, vielen Bereichen die Art und Weise zu verändern, wie wir Dinge herstellen. Ich denke, das ist eine riesige Chance, um von Anfang an nachhaltigere Materialien einzusetzen. Wir befinden uns noch im Anfangsstadium der Entwicklung neuer Materialien und in der Qualifizierung der Teile, die wir additiv herstellen. Wir müssen neue Methoden für die Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle entwickeln.« 

Dr. Susan MacKay, University of Maine

»Wir müssen noch viel mehr Arbeit in die Entwicklung neuer Materialien für den nachhaltigen 3D-Druck stecken. Um es klar zu sagen: Es geht nicht nur darum, dass wir den Fußabdruck der Materialien reduzieren müssen, sondern auch darum, dass wir mit richtigen Materialien das gesamte System verbessern, da die Materialien und der Herstellungsprozess sehr eng miteinander verflochten sind. Wir müssen dies schnellstens tun. Bevor die Industrie noch weiter wächst und sich bestimmte Gewohnheiten verfestigt haben.«

Dr. Jeremy Faludi, Technische Universität Delft

Teilnehmen:

 

 

*Sherry Handel ist Geschäftsführerin der »Additive Manufacturer Green Trade Association« (AMGTA)