Junge AM-Unternehmen sorgen für mehr Konkurrenz und Wachstum

von Thomas Masuch - 27.05.2018

Auch nach fast drei Jahrzehnten hat die AM-Branche nichts an Dynamik eingebüßt und konnte im Jahr 2017 erneut ein weltweites Wachstum von mehr als 20 Prozent vorweisen. Laut dem jüngst erschienenen Wohlers Report 2018 wurde im vergangenen Jahr mit Additiver Fertigung ein Umsatz von 7,336 Milliarden Dollar erzielt (plus 21,0 Prozent im Vergleich zu 2016).

Auch für die Zukunft rechnet der Herausgeber »Wohlers Associates« mit einem anhaltenden Wachstum von deutlich über 20 Prozent: Bereits 2023 soll der weltweite AM-Markt sich fast vervierfachen auf rund 27,3 Mrd. Dollar.

In dem 344 Seiten starken Report beschreiben Terry Wohlers und 80 Autoren aus 32 Ländern die Entwicklung verschiedener Technologien und der wichtigsten Unternehmen der Branche. Der Bericht zeigt auch, dass sich das dynamische Wachstum in einzelnen Unternehmen unterschiedlich widerspiegelt. Gerade bei den schon »traditionellen« AM-Unternehmen können einige namhafte Player über Jahre ihr kräftiges Wachstum weiter fortsetzen, während andere wiederum nicht mehr mithalten können.

»Ein Grund dafür ist die Vernachlässigung einer goldenen Regel in der Produktentwicklung: Wenn man es nicht selbst schafft, sein eigenes Produkt veralten zu lassen, dann machen es andere.« Sich am Alten festzuklammern kann dabei teuer werden, denn die Regeln haben sich laut Terry Wohlers geändert, vor allem, weil sich Additive Manufacturing immer weiter in Richtung industrieller Produktion bewegt.

Die Fokussierung auf die industrielle Fertigung hat offenbar dazu geführt, dass seit 2010 der durchschnittliche Preis für industrielle 3D-Drucker von rund 65.000 Dollar auf rund 100.000 Dollar gestiegen ist. Der Wohlers Report 2018 nennt dafür zwei Gründe: Zum einen verkaufen sich hochpreisige Metall-AMAnlagen immer besser. Außerdem hat die Entwicklung zu immer besseren Desktop-3D-Druckern (unter 5.000 Dollar und deshalb nicht in der Statistik erfasst) dazu geführt, dass der Verkauf von einigen Anlagen im Bereich zwischen 10.000 und 30.000 Dollar zurückgegangen ist.

Von den 14.736 industriellen 3D-Druckern (im Wohlers Report ist ein 3D-Drucker industriell ab einem Preis von 5.000 Dollar), die im vergangenen Jahr installiert wurden, waren 1.786 Metall-Druck-Anlagen, was einem Anstieg von 79,9 Prozent im Vergleich zu 2016 entspricht. Der Wohlers Report 2018 sieht diesen Anstieg teilweise dadurch begründet, dass neue Hersteller auf dem Markt erschienen sind, die relativ günstige Anlagen anbieten. Das habe auch dazu geführt, dass der durchschnittliche Preis für AM-Anlagen im Metall-Bereich von 551.585 auf 407.883 Dollar deutlich gefallen ist.

Als Geburtsstätte für junge und innovative Unternehmen wird laut Terry Wohlers Asien und vor allem China immer wichtiger. »Wir haben insgesamt 24 chinesische Hersteller von AM-Anlagen entdeckt, viele davon sind erst in den vergangenen 12 bis 18 Monaten auf dem Markt aufgetaucht.« Generell hinke die Einführung von Additiver Fertigung in China im Vergleich zu den USA und Europa noch etwas hinterher. »Doch die Dynamik in dieser Region wird größer.«

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