»Zahlreiche bahnbrechende Neuheiten«

Die Formnext-Pressekonferenz gibt einen Vorgeschmack darauf, was Besucher im November in Frankfurt erwarten dürfen

16.10.2018 - »Die Formnext hat sich zu dem Leitevent entwickelt, das wir uns alle erhofft haben«, bekräftigte Rainer Lotz Geschäftsführer Renishaw Deutschland und Vorsitzender des Ausstellerbeirates der Formnext, auf der jüngsten Pressekonferenz der Formnext 2018 in Frankfurt am Main. Im Jahresrhythmus zeigt die Formnext und Ihrer Aussteller »zum Teil sensationelle Fortschritte, die für den Besucher hochinteressant sind.«

Den zahlreichen anwesenden Journalisten im Frankfurter Literaturhaus stellte Sascha F. Wenzler, Bereichsleiter Formnext beim Messeveranstalter Mesago Messe Frankfurt GmbH, die aktuelle Erfolgsgeschichte der Formnext vor: Fast 600 Aussteller, die beiden Hallenebenen der Halle 3 vollständig belegt und einen Rekordwert von 56 Prozent an internationalen Ausstellern. Mit diesen »unglaublichen Wachstumsraten« setzt sich die Formnext auch bei den Besuchern eine neue Bestmarke als Ziel: 25.000 und mehr Fachbesucher wollen Sascha F. Wenzler und sein Team in dem Jahr auf der Formnext begrüßen.

Pulverpreise sinken

Rainer Lotz bekräftigte, dass die Besucher auch in diesem Jahr zahlreiche bahnbrechend Neuheiten entlang der gesamten Prozesskette erwarten können. Zum einen werde es Sprünge bei der Leistung und Produktivität der Additiven Anlagen geben. Da auch immer mehr Unternehmen den Materialmarkt für sich entdecken, gibt es auch beim Pulver eine Entwicklung, die sehr interessant für Anwender ist: Die Preise sinken und gleichzeitig kommen neue Legierungen wie harte Stähle auf den Markt. Das ermöglicht neue Anwendungen. Laut Lotz habe auch die Qualität beim Pulver stark zugenommen.

Insgesamt begrüßte Lotz, dass auf der Formnext alle Verfahren der additiven Verfahren vertreten und zu besichtigen sind. Dabei würden sich die einzelnen Technologien keine Konkurrenz machen. »Jedes Verfahren hat seinen Platz.«

AM Field Guide

Damit die Besucher der Formnext in der Additiven Welt den Überblick behalten, stellte die Formnext auch einen »AM Field Guide« vor, der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Reutlingen entstanden ist. Grafisch übersichtlich aufbereitet werden hier die Additiven Fertigungsverfahren für verschiedene Materialien dargestellt und kurz erklärt. »Wir decken, damit 98 Prozent der aktuellen Verfahren ab«, berichtete Prof. Dr.-Ing. Steffen Ritter. Mit dem AM Field Guide erhalte der Messebesucher einen Leitfaden, um sich in der komplexen Welt der Additiven Fertigung besser zurechtzufinden. Damit Besucher auf der Messe gezielt nach dem für sie passenden Verfahren suchen können, bietet der AM Field Guide zudem eine standardisierte Frageliste.

200 Komponenten identifiziert

Die aktuellsten Entwicklungen aus der Anwenderbranche stellte Dr. Markus Seibold, Director Advanced Manufacturing Technologies bei Siemens vor. Der Technologie-Konzern hat bereits 200 Komponenten identifiziert, die bis 2025 additiv gefertigt werden sollen. 15 davon sind bereits »kommerziell implementiert«. Ein lukratives Anwendungsfeld sieht Seibold zum Beispiel bei Turbinenschaufeln, bei denen Siemens den Wirkungsgrad weiter steigern will.

Um den Bereich Additive Fertigung noch weiter voranzubringen, plant Siemens den Bau einer neuen AM-Fabrik in Schweden. In die 4.500m² große Anlage sollen, wie Seibold berichtete, 30 Millionen Euro investiert werden. Um solche und anderen Vorhaben erfolgreich umzusetzen, setzt Siemens auch auf Kooperationen über mehrere Industrien hinweg, »und dafür finden wir auf der Formnext ein passendes Netzwerk.«

Prozesse sehr gut im Griff

Basis für den Erfolg für die Formnext ist auch die immer weitere Steigende Akzeptanz der Technologie. »Additive Fertigungsverfahren finden nicht nur immer stärker den Weg in die Industrie, sondern sind bereits standardisiert«, so Sascha F. Wenzler. Rainer Lotz bestätigte, dass Anwender die additiven Prozesse inzwischen sehr gut in den Griff bekommen können. Die weiteren Herausforderungen liegen vor allem im Bereich Post-Processing. Aber auch hier gibt es in der Branche eine rasante Entwicklung, die sich auch in einem Zuwachs der Aussteller in diesem Bereich widerspiegelt (+42 Prozent). Das lässt auch zahlreiche innovative Lösungen für das Post-Processing erwarten.

Download: