»Die Zukunft der industriellen Fertigung«

Text und Fotos: Thomas Masuch - 05.12.2018

Auf der Formnext schreitet die Industrialisierung der AM-Branche deutlich voran

»Auf der Formnext erleben wir die Zukunft der industriellen Fertigung«, attestierte Ilaria Guiccardini, Marketing Director von Roboze, einem italienischen Hersteller von 3D-Druckern, im November in Frankfurt. Die gesamte Branche habe sich entwickelt, genauso wie die Besucher, die den Stand von Roboze aufsuchten. »Diese kannten bereits unsere Produkte und haben nach konkreten Lösungen gesucht.«

Die Aussagen von Guiccardini stehen beispielhaft für die Entwicklung der gesamten Additiven Fertigungsindustrie und der weltweit wichtigsten Branchenmesse Formnext. Eine Branche die vor Jahren noch stark von einer Vielzahl von innovativen Startups geprägt war, wird immer erwachsener und fokussiert mehr und mehr auf konkretes Business.

»Die Frage ist nicht mehr, ob man sich auf der Formnext trifft, sondern wann.«

Die Zahl der Anwendungen steigt genauso schnell wie die der technischen Möglichkeiten. Hersteller und Anwender können es sich nicht erlauben, die technologische Entwicklung zu verpassen. Für Kristian Arntz, geschäftsführender Gesellschafter ACAM, Aachen Center for Additive Manufacturing, ist es schon keine »Frage mehr, ob man sich auf der Formnext trifft, sondern wann. Es ist inzwischen selbstverständlich, dabei zu sein.«

Für die Hersteller von industriellen 3D-Druckern heißt Business inzwischen mehr, als jedes Jahr bessere und schnellere Maschinen auf den Markt zu bringen: Auf der Formnext ging es zum Beispiel um ganzheitliche Lösungen, um neue Materialien oder um Qualitätssicherung. Die Hersteller von industriellen 3D-Druckern verfügen inzwischen über spezielles Produktionswissen, um Anwender aus der ganzen Welt von ihren Produkten zu überzeugen.

Rennsport, Luftfahrt, Werkzeugbau

Roboze fokussiert sich zum Beispiel auf den 3D-Druck von besonders harten und anspruchsvollen Kunststoffteilen. Dafür benötigt man nicht nur das richtige Material, sondern einen funktionierenden Prozess, bei dem der eingesetzte Kunststoff gut mit der Maschine harmoniert. Im Idealfall können Anwender dann Metallteile durch leichtere Kunststoffteile ersetzen. Und das ist interessant zum Beispiel im Rennsport, in der Luftfahrt oder auch im Werkzeugbau.

Dadurch, dass jedes Jahr neue Technologien auf den Markt kommen, ist die Branche der Additiven Fertigung so lebendig wie kaum ein anderer Industriebereich. Das zeigte sich auch auf der Formnext: Mit 26.919 Besucher aus der gesamten Welt erreichte die Formnext ein Rekordergebnis. Auch bei der Ausstellerzahl hatte die Leitmesse für Additive Fertigung mit 632 einen neuen Bestwert aufgestellt. Im kommenden Jahr soll sich das dynamische Wachstum der Formnext weiter fortsetzten. Die Messe, die 2018 räumlich fast aus den Nähten platzte, zieht in die Messehallen 11 und 12 in Frankfurt um. Erstmals wird mit den USA auch ein Partnerland auf der Formnext vertreten sein.

»The place to be«

»Every year, Formnext is getting better than the year before. It is the place to be«, lobte zum Beispiel Rick Fulop, CEO und Mitbegründer des US-Unternehmens Desktop Metal. Auf der Formnext trifft sich jedes Jahr die Weltelite der Additiven Fertigung. Weltweit führende Unternehmen zeigen jedes Jahr in Frankfurt ihre Neuheiten. In diesem Jahr ging es bei den großen AM-Unternehmen wie 3D Systems, Arburg, DMG Mori, EOS, GE Additive, Renishaw, Siemens, Stratasys oder Trumpf deutlich in Richtung Industrialisierung. Neben einer schnelleren Produktion und neuen Anwendungen standen Automatisierung und die Einbindung in Industrie 4.0 auf der Innovations-Agenda.

Neben den Herstellern von 3D-Druck Anlagen für Metall- oder Kunststoffprozesse präsentierten sich immer mehr Unternehmen aus der gesamten Prozesskette – von der Software für effizientes Design bis hin zur Teilereinigung und Messtechnik im Postprocessing. Darunter auch zahlreiche Unternehmen, die eigentlich aus anderen Industriebereichen kommen und die Additive Fertigung für sich entdeckt haben. Dazu zählen unter anderem Prüflabore, Hersteller von Reinigungsanlagen oder Anbieter von Klebstoffen. Diese Unternehmen haben oft spezielle Lösungen für die Additive Fertigung entwickelt und finden auf der Formnext die passenden Anwender aus der gesamten Welt.

Neben den renommierten Unternehmen spielen aber auch innovative Start-ups nach wie vor eine wichtige Rolle auf der Formnext. Jedes Jahr wird die Start-up Challenge ausgetragen, auf der junge Unternehmen ihre Neuheiten präsentieren. Nicht wenige davon sind bereits wenige Jahre später als erwachsenes Unternehmen auf der Messe und am Markt zu finden.

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