Wenn aus Tinten ein Roboter entsteht

3D-gedruckten Roboter Dimap Scara wurde erstmals auf der Formnext vorgestellt

27.11.2018 - Wie weit Funktionsintegration gehen kann, hat das Forschungsprojekt Dimap mit dem 3D-gedruckten Roboter Dimap Scara auf der Formnext unter Beweis gestellt. »Dimap gibt uns einen Einblick in die zukünftigen Möglichkeiten des Polyjet-Drucks«, so Projektleiter Leo Schranzhofer. Auf der Formnext konnten Besucher erstmals den Roboter auf dem Stand von Cirp in Augenschein nehmen. Das Unternehmen hatte die Kunststoff-Komponenten additiv gefertigt.

Dimap ist ein von der EU gefördertes Forschungsvorhaben zur Entwicklung von neuartigen 3D-Druckmaterialien, die in der Polyjet-Technologie zum Einsatz kommen. In dem Projekt, an dem 12 Partner aus 5 Ländern beteiligt waren, wurden Tinten genannte Materialien mit speziellen thermischen und elektrischen Leitfähigkeiten entwickelt. Sie sind in ihrer Beschaffenheit sowohl auf ausgewählte Druckköpfe abgestimmt, als auch maßgeschneidert für den künftigen industriellen Einsatz.

Tinten mit neuen Eigenschaften

Polyjet ist eine 3D-Drucktechnik, bei der flüssige lichthärtende Kunststoffe – sogenannte Tinten – über Druckköpfe schichtweise aufgetragen und ausgehärtet werden. Ziel von Dimap war es, Tinten mit ganz neuen Eigenschaftsprofilen zu entwickeln: 

  • Elektrisch leitfähige Tinten mit Silbernanopartikeln, um Leiterbahnen zu drucken 
  • Thermisch leitfähige Tinten mit keramischen Nanopartikeln, zum Beispiel für die Kühlung von LEDs
  • Schäumbare Tinten für Leichtbauanwendungen
  • Tinten aus Polyamid für sehr hohe Temperaturbeständigkeit und exzellente chemische Beständigkeit

Um diese neuen Materialien zu verdrucken, entstand im Projekt ein prototypischer Polyjetdrucker mit erweiterten Verarbeitungsmöglichkeiten. Die Praxistauglichkeit der neuen Rezepturen wurde an zwei Demonstratoren erprobt: An einer kundenanpassbaren Leuchte und an einem pneumatisch betriebenen Roboter. Dieser Dimap Scara Roboter wurde von Festo entwickelt und in Betrieb genommen. Die tragenden und funktionellen Kunststoffkomponenten wurden im Polyjet-Verfahren additiv gefertigt.