»Der Aufwand hält sich in Grenzen«

Text: Thomas Masuch; Fotos: PH Wert Design - 06.09.2018

Freiburger Designer entwickelte komplexe Leuchten mithilfe Additiver Fertigung

»Es ist so meine Art. Wenn etwas neu auf den Markt kommt, muss ich es ausprobieren«, erzählt Paul Heinrich Neuhorst im Gespräch mit dem formnext magazin. Auch wenn Neuhorst schon zahlreiche Jahre in der Beleuchtungsindustrie hinter sich hat, so hat der 3D-Druck dem Freiburger Designer und Unternehmer ganz neue Perspektiven für die Gestaltung und Produktion von Leuchten eröffnet. „Wir können Leuchten mit ganz neuem Design produzieren. Gleichzeitig hält sich der Aufwand, um neue Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, in Grenzen.“

Schon vor sechs Jahren hatte Neuhorst die ersten Gestaltungen im Kopf, die er drucken wollte. 2014 entstand der erste Prototyp seiner Ammonit-Leuchte auf dem Großformatdrucker eines Münchner Dienstleisters. Seitdem sind sechs weitere Prototypen gefolgt.

Neben dem bisherigen Leuchtengeschäft möchte Neuhorst in seinem Unternehmen Te-Trade AG jedes Jahr rund 1000 Stück additiv produzieren und verkaufen. Auf dem Markt sind seine Prototypen allerdings noch nicht. Derzeit beschäftigen ihn noch die komplex geformten Platinen für die LED-Leuchten. »Die Produkte werden jedoch demnächst lieferfähig sein«, so Neuhorst.

»Problemlos verschiedene Farben integrieren«

Neuhorst erzählt, dass er mit seiner früheren Firma Spectral den Kölner Dom, die CDU-Parteizentrale und viele weitere Objekte beleuchtet hatte. Nach der Insolvenz von Spectral im Jahre 2008 gründete er 2012 in Freiburg die Te-Trade AG. Das Unternehmen beschäftigt laut Neuhorst vier feste Mitarbeiter und zahlreiche Freelancer und verkauft anspruchsvolle Designer Leuchten für Großkunden, öffentliche Einrichtungen und den privaten Gebrauch.

Von der Additiven Fertigung zeigt sich der Beleuchtungsdesigner begeistert, vor allem aufgrund der großen Freiheit im Design. »Ich kann problemlos verschiedene Farben in die Leuchtenkörper integrieren und so zum Beispiel die Leuchtenfarbe an die Logofarben von Unternehmen anpassen«, schwärmt Neuhorst. Der 3D-Druck ermögliche ihm die individuelle Produktion zu relativ günstigen Kosten. »Die Preise für Kunststoff-Drucker sind in den vergangenen Jahren deutlich gefallen. Unsere Leuchten werden auf einem Gerät hergestellt, dass zwischen 20.000 und 30.000 Euro kostet. Im Spritzgussverfahren hätten wir unsere Ammonit Leuchte nie produziert, weil die Leuchtenform so komplex ist, dass sie nicht ausgeformt werden kann. Ganz abgesehen davon würde die Spritzgussform rund 200.000 Euro« kosten, so Neuhorst. »Für das Geld kann ich mir zehn Drucker kaufen.«