Auch in den nächsten Jahren 20 Prozent Wachstum

von Thomas Masuch — 04.02.2019

Laut einer Marktstudie von IDC setzt sich 3D-Druck in immer mehr Industrien durch

Wovon andere Industriebereiche nur träumen können, ist für die AM-Branche schon seit Jahren nichts Ungewöhnliches: Jedes Jahr aufs Neue beeindruckt der AM-Markt mit Wachstumsraten von rund 20 Prozent oder mehr. Auch wenn sich die Berichte über diese Erfolgsraten wiederholen, sind sie doch immer wieder erstaunlich. Denn je größer der Markt wird, desto anspruchsvoller sollte es eigentlich sein, die hohen prozentualen Zuwächse zu halten.

Auch in den nächsten Jahren Wachstumsraten wird der AM-Markt seine gewohnten Wachstumsraten beibehalten. Das bestätigt nun eine Analyse der International Data Corporation (IDC), die in den Worldwide Semiannual 3D Printing Spending Guide eingeflossen ist. Demnach sollen die jährlichen Ausgaben im Bereich 3D-Druck (einschließlich Hardware, Materialien, Software und Services) von derzeit 14 Mrd. Dollar auf 23 Mrd. im Jahr 2022 wachsen, was einer jährlichen Zunahme von rund 20 Prozent entspricht.

Hauptgeschäft: Hardware und Materialien

Mit dieser Prognose bestätigt IDC die Markteinschätzung aus dem Wohlers Report 2018, der ein Wachstum auf 27,3 Mrd. im Jahr 2023 vorausgesagt hat (» wir berichteten).

Hardware und Materialien sind laut IDC die wichtigsten Stützen der AM-Branchen, denn auf sie fallen rund zwei Drittel der jährlichen Investitionen für additive Fertigung. Dabei können industrielle 3D-Drucker (also der Bereich Hardware) laut einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts Context aktuell sogar Zuwächse von 44 Prozent verzeichnen. Dabei bezieht sich Context auf die reine Zahl der abgesetzten 3D-Drucker im Gegensatz zu den genannten Untersuchungen, die auf Umsatzzahlen basieren.

Den weiterhin hohen Zuwachs der gesamten Branche führt Marianne Daquila, Forschungsmanagerin bei IDC, darauf zurück, dass »3D-Druck-Lösungen immer mehr Dynamik auch außerhalb der klassischen Industrien wie Aerospace, Automobilherstellung und Medizintechnik gewinnen.« Wichtige Wachstumsbereiche werden demnach zum Beispiel Ersatzteilwesen und Service sein.

Entwicklung neuer Materialien entscheidend

»Mit noch schnelleren 3D-Druckern und Produktionslösungen sowie einer wachsenden Auswahl an Materialien wird die additive Fertigung in weiteren Industrien noch stärker Fuß fassen«, ergänzt Tim Greene, Forschungsdirektor, Hardcopy Peripherals and 3D Printing. Gerade die Entwicklung neuer Materialien sei dabei entscheidend und werde dazu führen, dass in den nächsten Jahren mit Materialien für den 3D-Druck mehr Umsatz erzielt wird als mit den 3D-Druckern selbst.

Die Vereinigten Staaten sind laut IDC im Jahr 2019 der größte AM-Markt mit einem Volumen von 5,4 Mrd. US-Dollar, gefolgt von Westeuropa (4,0 Mrd. US-Dollar). Zusammengenommen werden in diesen beiden Regionen zwei Drittel Umsätze in der Additiven Fertigung erzielt. Auf den dritten Platz folgt China mit einem Umsatzvolumen von 1,9 Milliarden Dollar im Jahr 2019.