Vom Kopierer zum Metall-3D-Drucker

Text: Thomas Masuch; Bilder: Vader Systems, Xerox — 11.02.2019

Xerox übernimmt Vader Systems und will Metall-3D-Druck für Produktionsbetriebe attraktiver machen

General Electric und Hewlett Packard haben es vorgemacht: Nun begibt sich mit Xerox ein weiterer US-amerikanischer Traditionskonzern in die Welt des 3D-Drucks. Das rund 35.000 Mitarbeiter zählende Unternehmen gab auf dem jüngst veranstalteten 2019 Investor Day die Übernahme von Vader Systems sowie seine weiteren Pläne im Bereich Additive Manufacturing bekannt.

Xerox kann auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurückblicken, in der das Unternehmen oftmals an der Spitze der technologischen Entwicklung stand: 1949 brachte Xerox den weltweit ersten Kopierer auf den Markt, 1970 folgte der erste Farbdrucker und 1977 der erste Laserdrucker.

Für das Unternehmen mit Hauptsitz in Norwalk, Conneticut, und mit einem Umsatz von rund 10 Mrd. US-Dollar pro Jahr hat die Übernahme des Start-Ups Vader Systems eine relativ moderate Größe, wie Steve Hoover, Chief Technology Officer, Technology Development and Commercialization, auf dem 2019 Investor Day erklärt. »Aber sie ist für uns sehr wichtig.« Wie Hoover weiter erklärte, habe Xerox von Vader Systems die Technologie und eine Handvoll der wichtigsten Mitarbeiter übernommen.

»Klare Antwort auf Marktbedürfnisse«

Mit der Übernahme will Xerox den Metall-3D-Druck für Produktionsbetriebe interessanter und die Additive Fertigung im Vergleich zu bisherigen Produktionsmethoden noch konkurrenzfähiger machen. Laut Hoover würden derzeit der hohe Pulverpreis und das teilweise geringe Produktionstempo viele Fertigungsbetriebe noch vom Einsatz von 3D-Druck im Metallbereich zurückhalten. Daneben seien auch der Workflow und die Bandbreite der verfügbaren Materialien noch nicht weit genug entwickelt. Wie Hoover erklärte, hat Xerox deshalb einen Partner gesucht, um zusammen mit den eigenen Fähigkeiten »eine klare Antwort auf diese Marktbedürfnisse zu geben.«

Mit einem außergewöhnlichen 3D-Druck Prozess war das 2013 gegründete Unternehmen Vader Systems angetreten: In einer Keramikdüse wird Metall aufgeschmolzen und fällt dann in Form von flüssigen Tropfen auf die Bauplattform. Die flüssigen Metalltropfen werden durch die Magnet-o-Jet-Technologie elektromagnetisch erzeugt. Damit versprach das von Scott Vader und seinem Zachary Vader geführte Unternehmen eine höhere Produktionsgeschwindigkeit und deutlich niedrigere Materialkosten, da kein spezielles AM-Pulver verwendet werden muss.

Materialkosten sinken

CTO Steve Hoover sprach in dem Zusammenhang von Materialkosten, die nur noch ein Zehntel betragen. Gleichzeitig können mit dieser Technologie Metalle verarbeitet werden, die auf anderen 3D-Druckern nicht verwendet werden könnten.

Xerox, das auch im Bereich Kunststoff-3D-Druck Pläne verfolgt, hat sich laut Hoover auch einen anspruchsvollen Zeitplan für die weitere Entwicklung vorgenommen: Noch in diesem Jahr soll die Markteinführung geschehen, für 2020 sind die ersten Anwendungsversuche mit Kunden geplant.

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