Wie AM die Dentalindustrie beflügelt

Prof. Mario Kern entwickelt neue Lösung für Zahnimplantate

15.03.2019 - Da immer mehr Patienten mit Zahnimplantaten versorgt werden, tritt auch die Infektionskrankheit Periimplantitis immer häufiger auf. Bei dieser entzündet sich das Zahnfleisch und die Knochenstruktur rund um das Zahnimplantat. Die Folge ist ein Rückgang des Weichgewebes – und dadurch wir der Stützpfeiler des Implantats, das sogenannte Abutment.

5.000 Stunden hat der österreichische Implantologe, Forscher und Erfinder Prof. Mario Kern in die Entwicklung seiner »Extended Anatomic Platform« (EAP) investiert und dabei 200 Prototypen und 160 Elektronenmikroskopaufnahmen erstellt.

In Bezug auf die Ästhetik bietet das EAP-Abutment Vorteile gegenüber bestehenden Abutments. Im Vergleich zu herkömmlichen Standardabutments befindet sich hinter dem Metall die Keramik. Bei Rückbildung des Zahnfleisches können Zahnärzte jetzt einfach das Metall entfernen, so dass die dahinterliegende Keramik wieder zum Vorschein kommt.

Die Dentalhybrid-Lösung von GE Additive war integraler Bestandteil bei der Lösungsfindung von Prof. Dr. Kern, von der er glaubt, dass sie das Potenzial besitzt, die Implantatprothetik zu revolutionieren.

Die additive Komponente

Da die dünnwandigen Strukturen des Abutments nicht mit herkömmlichen Frästechniken hergestellt werden konnte, begann Kern im Jahr 2017 sich mit dem additiven Herstellungsverfahren zu beschäftigen und entschied sich letztendlich für die Hybrid-Lösung von GE Additive, bestehend aus einem Concept Laser Mlab cusing 200R, einer Fräsmaschine von Georg Fischer (da das Abutment noch nachgefräst werden muss) und der hyperDENT-Software von Follow-Me.

Neben den Vorteilen der Herstellung komplexer, maßgeschneiderter, präziser Gerüste und spannungsfreier Prothetikelementen für eine verbesserte Passform im Mund, konnte Kern mit dem additiv hergestellten Endprodukt weitere Vorteile erzielen – unter anderem eine Dichte von 99,6 % und bessere metallurgische Eigenschaften als ein Gussteil, wie GE mitteilt.

»Diese Lösung kombiniert die Vorteile der additiven Herstellung mit dem subtraktiven Verfahren, um das Beste aus beiden Herstellungswelten herauszuholen, sprich einen präzisen, aber auch zeit- und kosteneffizienten Produktionsprozess«, so Kern.