Nur 3D-drucken reicht nicht mehr

von Thomas Masuch

Strategie-Studie von Ampower richtet sich an Einsteiger und Supplier

23.06.2019 — Die beispiellos erfolgreiche Entwicklung der Additiven Fertigung machte die Branche offenbar zum Heiligen Gral für Gründer und Unternehmen aus anderen Industrien. Doch nicht nur die Branche wächst, sondern auch der Konkurrenzdruck. Beim Eintritt in die lukrative AM-Welt wird ein konkreter Businessplan verbunden mit speziellem Know-how deshalb immer unverzichtbarer.

Dafür hat das Hamburger AM-Beratungsunternehmen Ampower den Ratgeber „Additive Manufacturing – Business Strategy“ erstellt, der Einsteigern in die Welt des industriellen 3D-Drucks helfen will. Der Ratgeber richtet sich einerseits an Dienstleister, anderseits an Anbieter der Supply Chain (Hersteller von Anlagen, Pulver usw.). Ein eindeutiges Erfolgsrezept gibt es natürlich nicht, aber Ampower skizziert die Rahmenbedingungen, die Einsteiger bei der strategischen Positionierung beachten sollten.

Motivation für den Ratgeber war, dass sich das Marktumfeld in den vergangenen Jahren geändert hat, wie Matthias Schmidt-Lehr, Co-Gründer und Geschäftsführer von Ampower, erklärt. »Wir haben mit vielen Unternehmen gesprochen, die sich additive Technologien vor Jahren ins Haus geholt haben, weil sie zu den Early Adopters gehören wollten.« Eine konkrete Businessstrategie habe dabei oftmals nicht zugrunde gelegen, »und das versuchen die Unternehmen jetzt nachzuholen.«

Scheinbare Alles-Könner werden scheitern

Wer jetzt in den Markt für Additive Fertigung einsteigt, ist sicherlich kein Early Adopter, und braucht eine konkrete Businessstrategie. Denn industrielles 3D-drucken allein reicht als Erfolgsformel nicht mehr aus: »Wir sehen auf dem Markt Dienstleister, die zum Teil freie Kapazitäten haben«, erklärt Schmidt-Lehr. »Auf der anderen Seite gibt es allerdings Betriebe, die 160 und mehr AM-Anlagen als Produktionsmittel nutzen und auslasten.« Der Unterschied sei ein konkretes Geschäftskonzept, und dieses führe in der Regel in die Spezialisierung. »Dienstleister, die heute sagen, sie können alles 3D-drucken, werden wahrscheinlich scheitern«, so Schmidt-Lehr.

Die richtige Strategie sollte nicht nur beantworten, ob ein Unternehmen in den AM-Markt einsteigt, sondern auch wie es dabei vorgeht. Zentral ist dabei die einfache, aber oft unterschätzte Frage, was genau additiv produziert werden soll. »Denn die Anwendung bestimmt die Technologie«, erklärt Schmidt-Lehr. Um die recht komplexe Auswahl der richtigen Technologie zu erleichtern, hat Ampower in der Studie vier verschiedene AM-Technologien für Metall gegenübergestellt. Hier lässt sich ablesen, wie bestimmte Anforderungen (zum Beispiel Bauteilgröße und -kosten, Materialanforderungen, Entwicklungszeit usw.) sich mit welcher Technologie am besten umsetzen lassen.

Zusätzliches Know-how anbieten

Da der Markt für industriellen 3D-Druck auch für Anbieter der Supply Chain nach wie vor eine hohe Anziehungskraft hat, liefert die Studie auch hier Hinweise für den Einstieg. So werden zum Beispiel Chancen und Risiken für Lieferanten gegenübergestellt. Entscheidend ist für Schmidt-Lehr dabei, dass neben dem reinen Produkt auch viel Know-how über den gesamten Prozess angeboten werden kann. »Denn dieses Know-how haben die meisten Nutzer und Kunden nicht. Es gibt kaum einen Anwender, der am Anfang genau weiß welche Maschine oder welches Material er benötigt.«

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