Industrielle Anwendungen als Erfolgsrezept

Formnext drückt weiter aufs Tempo: thematische Breite weiter ausgebaut

17.10.2019 - »Es ist ein Ende dieses AM-Hypes zu spüren, und das ist gut so«, erklärte Sascha F. Wenzler, auf der jüngsten Formnext-Pressekonferenz in Frankfurt. »Denn unser Konzept war von Anfang an, reale industrielle Anwendungen für Additive Manufacturing zu zeigen.«

So hat sich die Formnext mit bereits mehr als 740 angemeldeten Ausstellern erfolgreich entwickelt, weil sie weit mehr als eine reine 3D-Druck-Messe ist. »Die Formnext zeigt Fertigungslösungen, bei denen AM eine wichtige Rolle spielt,« so Wenzler weiter. Schließlich hänge industrielle additive Fertigung immer eng mit anderen Prozessen und oft auch anderen Technologien zusammen. »Es gibt keine industrielle Fertigung ohne Prozesslandschaft. Insbesondere Material, Pre- und vor allem Post-Processing legen in diesem Jahr deutlich zu.«

Deshalb wachsen die Branche und die Formnext auch in einem wirtschaftlichen Umfeld, in dem andere Branchen nicht ganz so rosige Wege beschreiten. Zum Beispiel entwickeln sich Anwendungen in der Medizintechnik in erstaunlicher Geschwindigkeit. Komplizierteste Operationen lassen sich mittels realitätsgetreu gedruckten Modellen üben, wo nicht nur die verschiedenen Farben des Gewebes, sondern auch dessen unterschiedliche Konsistenz wie im Original wiedergegeben wird.

Speziell auf die Patienten abgestimmte Werkzeuge kommen zum Einsatz, und individuelle Implantate verkürzen die Heilung. Mehr und mehr AM-gefertigte Teile finden auch ihren Weg in die Serie, so in Flugzeugen und sparen dadurch deutlich an Gewicht und letztlich Treibstoff. Und auch bei den Umwälzungen in der Automobilindustrie kann der industrielle 3D-Druck eine sehr wichtige Rolle spielen: »Egal welche Technologie Einzug hält – ob Elektro, Wasserstoff, Brennstoffzelle oder Verbrenner – AM wird mehr und mehr eine Rolle spielen bei der Entwicklung der neuen Fahrzeuggenerationen«, so Wenzler.

Moderne Massenproduktion & Bauindustrie - eine Auswahl der Highlights:

  •  So wird die Formnext 2019 thematisch in der Breite weitere Akzente setzen. Beispielsweise mit der User-Case-Area PIM/MIM/CIM, die die Schnittstelle von Additive Manufacturing und moderner Massenproduktion aufzeigt. Hier werden anhand von mehr als Einhundert Komponenten die Möglichkeiten von Power Injection Moulding (PIM), Metal Injection Moulding (MIM) und Ceramic Injection Moulding (CIM) aufgezeigt. »Horizontal sind wir diesen Jahr noch weiter aufgestellt«, so Wenzler.
  •  Den Einsatz von Additiver Fertigung in der Bauindustrie und in der Architektur präsentiert erstmals auf der Formnext das BE-AM Symposium, das von der Technischen Universität Darmstadt veranstaltet wird. Ergänzt wird das Symposium durch eine Sonderschau, auf der Anwendungsbeispiele für AM in Bau und Architektur gezeigt werden.

  • Auf der Formnext Pressekonferenz präsentierte Dr. Markus Heering, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing (AG AM) im VDMA, die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung zur Stimmungslage im Additive Manufacturing. Demnach zeigen sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft trotz der aktuell angespannten konjunkturellen Lage beim Blick auf die nächsten zwölf Monate optimistisch.

  • Auch das Partnerland USA wird auf der Formnext einiges bieten: Neben zahlreichen führenden AM-Unternehmen findet rund um den US-Pavillon ein vielseitiges Rahmenprogramm statt. Der Mittwoch, 20.11.2019, wird ein »Special US-Day« mit verschiedenen Events am Pavillon und einer »Closing-Reception«, die von der AMUG (Additive Manufacturing User Group) gesponsert wird. In Kooperation mit dem US Commercial Service wird auch das 2018 ins Leben gerufene und international vielbeachtete Standards-Forum weitergeführt, dessen Teilnehmer sich zum Ziel gesetzt haben, auf beiden Seiten des Atlantiks einheitliche Normen und Standards für AM auf den Weg zu bringen.